Altenheim St. Elisabeth Ellingen

Geschichte

Der Ursprung des Ellinger Spitals liegt im Dunkeln. Erstmals wird es in einer Urkunde vom 11. Dezember 1212 genannt, in welcher König Friedrich II. die Eigentumsrechte der Berchtesgadener Chorherren an dem Spital anerkannte, das seine Vorfahren, die Kaiser Friedrich I. und Heinrich IV., sowie sein Oheim König Philip begründet und jenem Stift geschenkt hätten.

Vier Jahre später, am 8. September 1216, schenkte derselbe König das Spital bei Ellingen dem Deutschen Orden und erzählt eine scheinbar abweichende Version: Das Spital sei von Walther und seiner Ehefrau Kunigunde von Ellingen aus deren Eigengut heraus gestiftet und von ihnen Kaiser Friedrich I., frei von Rechten Dritter, übergeben worden. Dem Stiftungswunsch des Ehepaares entsprechend habe er, König Friedrich II., nunmehr bestimmt, das Spital dem Deutschen Orden zu übergeben, daß darin Arme aufgenommen und denselben Almosen gespendet werde.

Vielleicht sollte man das Trennende in diesen Urkunden nicht überbetonen und das Gemeinsame in diesen Urkunden gewichten.

Nimmt man die erste Urkunde wörtlich, die besagt, es handle sich bei dem Spital um eine Gründung Kaiser Friedrichs I., läßt sich die Zeit in die Jahre 1152 bis 1190 eingrenzen.

Andere schließen aus der Tatsache, daß Bischof Otto von Eichstätt, der von 1182 bis 1196 amtierte, zwischen 1182 und 1188 in Ellingen eine Kapelle weihte, die als Kultstätte des neuen Spitales zu sehen sei, auf ein Gründungsdatum um 1180. Ich selbst erachte die Festlegung auf die Zeit um 1180  nicht als überzeugend.

 Wertet man die zweite Urkunde stärker als die erste, kann die Gründung auch einige Jahre vor 1152 durch Walther und Kunigunde erfolgt sein, wohingegen der Übergang des Spitals in das Königsgut in die Regierungszeit Kaiser Friedrichs I. fallen müßte.

Die Gründung eines Spitals war kein Vorgang, der im rechtsfreien Raum stattfand. Der Bau einer Kapelle, die Einrichtung eines Taufsteins, der Einbau eines Altars, auch Meßpfründe waren Vermögenswerte, die dazu führten, daß  Rechte an einer ähnlichen Einrichtung nur wenige Meter oder Kilometer weiter entfernt beeinträchtigt wurden. In späteren Zeiten war sogar die Erweiterung eines Spitals um ein oder zwei Almosen- oder Pfründebetten eine Staatsaktion. Die Errichtung eines Spitals in Ellingen mitten in der grünen Wiese - wenn auch in einer Vorburg am Rande einer Sumpfwiese (im heutigen Wirtschaftshof  des Schlosses)- mußte also als rechtlich bedeutsamer Akt genauso von einem entsprechend wichtigen äußeren Ereignis getragen werden, ebenso wie der wahrscheinliche Übergang des aus Eigengut Walthers von Ellingen entstandenen Spitals an Kaiser Friedrich, weil sonst die Verwandtschaft Walthers oder Kunigundes gewichtige Schritte gegen ein solch eigenmächtiges Vorgehen erhoben hätten. Die Lage des Spitals läßt sich zwanglos durch die Kreuzung zweier wichtiger Straßen erklären, wobei die historische Nord-Süd-Verbindung von Augsburg über Weißenburg nach Fürth in der Karolingerzeit Königshöfe miteinander verband und einen Abschnitt der alten Fernwege darstellt (vgl. Wilsch in UUIZINBURC-WEISSENBURG,1967, S.21ff.). Für die Gründung eines Spitals wesentlicher dürfte aber die damals noch in Betrieb befindliche Römerstraße Gunzenhausen-Theilenhofen-Massenbach-Ellingen-Burgsalach gewesen sein.

Vor dem Bau der steinernen Brücke in Regensburg zwischen 1135 und 1147 war dieser Weg, der bei Pförring auf die Donau zuführte, wohl die östlichste Stelle, an der die Donau problemlos  auch für große Scharen an Leuten und Reitern überquerbar war. Dieser Weg verlor mit dem Wachsen der Infrastruktur zwischen Nürnberg und der steinernen Brücke in Regensburg zunehmend an Bedeutung.

Das letzte nennenswerte große europäische politische Ereignis, dem dieser Weg als einer von vielen Heerstraßen als Rückgrat diente, dürfte der Kreuzzug 1147 bis 1149 gewesen sein, bei dem sich das Kreuzfahrerheer im Raum Passau sammelte und sich von dort auf dem Landweg Richtung Konstantinopel in Bewegung setzte. Dieser Fernweg mußte während des gesamten Ereignisses offengehalten werden. Zu seiner Infrastruktur gehörte wohl außer einem großen Gasthof in Ellingen mit Schmiede und Ställen auch ein Spital, in dem Kranke, Verwundete, unterwegs verarmte und Sieche untergebracht werden konnten. Die Erlaubnis, ein "Spital" zu errichten, war in dieser Situation vom damaligen Kaiser wohl leicht zu erhalten.

Das Datum liegt spät genug, um anzunehmen, daß Walther von Ellingen zu diesem Zeitpunkt bereits Herr in Ellingen war, weil dieser bereits im Jahr 1150 als Herr in Ellingen urkundlich nachweisbar ist. Er führte die Reihe der edelfreien Zeugen an und war damit wohl der Älteste der Zeugen.  Es dürfte auch wegen des Entstehens der neuen Fernverbindung Nürnberg - Regensburg das letzte denkbare Datum gewesen sein, das die Errichtung eines solchen Spitals gerechtfertigt hätte.

Unter Berücksichtigung einer gewissen Bauzeit und der Tatsache, daß das Spital wohl mehr den zurückkehrenden als den aufbrechenden Kreuzzüglern dienen konnte, läßt sich ein Gründungsdatum 1152 als spätester Zeitpunkt gerade noch vertreten und verhülfe beiden Urkunden zu ihrem Recht.

Es ist logisch, daß das Spital zum weiteren gesuchten Zeitpunkt, nämlich dem Übergang von Eigengut in Königsgut, bereits existiert haben mußte. Auf welches Datum wäre nun dieses zweite Ereignis festzusetzen? Hierbei hilft uns ein Blick in die regionale Geschichte. Zu Beginn des 12. Jahrhundert drängten zwei Grafenfamilien in die Region: Die Gröglinger wurden von den Wittelsbachern und Bogenern aus ihren Stammgebieten nach Nordwesten abgedrängt und breiteten sich von Hirschberg über das fränkische Reichsland aus bis etwa zur Linie Treuchtlingen - Ellingen - Heideck. Gleichzeitig versuchten die Grafen  von Oettingen  vom Ries her ebenfalls eine territoriale Herrschaft aufzubauen. Weltliche Macht war damals nicht auf weltliche Ereignisse begrenzt, sondern mit Macht über Kirchen und Bischofsstühle sowie Klöster genauso verbunden wie die kirchliche Macht mit weltlicher Macht verbunden war. Die Bischöfe von Eichstätt, Bamberg, Würzburg, Mainz und Köln waren Landesfürsten, der Erzbischof von Mainz sowie der von Köln sogar Kurfürsten.

Bis zum Jahr 1063 bestimmten Reichsklerus und Reichsfürsten gemeinsam die Wahl der Päpste, und die der Könige noch Jahrhunderte länger. Aus Bistümern und Klöstern sollten territoriale Mächte entstehen.

Das auslösende politische Ereignis des Heimfalls des Spitals als Königsgut an den König selbst kann eigentlich nur im Überfall Heinrichs des Löwen auf die Bistümer Eichstätt und Regensburg, - vor allem auf Regensburg - in dem Zeitraum 1160/1161 gesehen werden. Es ist das einzige militärische Unternehmen Heinrichs des Löwen in dieser Zeit in seinem Herzogtum Bayern (Paul Barz, Heinrich der Löwe, dtv, München 1980, S.135,136).

Bischof Konrad von Eichstätt war abwesend. Er war mit dem König Friedrich I. Barbarossa 1158 nach Mailand gezogen, kam im August 1159 zurück, reiste im Jahr 1160 erneut nach dem Süden, um den Gegenpapst Victor IV. zu wählen.

In dieser Situation zog Heinrich der Löwe nach Bayern. Er wurde dabei von seinen Gefolgsleuten, den Gröglinger und Oettinger Grafen unterstützt. Nachdem die Grafen von Oettingen mit dem Bischof von Eichstätt um das Kloster Heidenheim als westlichem Schwerpunkt bischöflicher Macht gestritten hatten, plünderten und brandschatzten die Truppen des Herzogs gezielt auf ihrem Zuge durch das Sualafeld die schönsten und ertragreichsten Höfe des Klosters (Gretser, De Divis tutelaribus, Ingolstadt 1616, Seite 386, Nachdruck der Relatio des Abtes Adelbert von Heidenheim 1163, und Appellationsschrift des Stiftskanonikus 1150 Ilsung von Heidenheim).

Friedrich I. Barbarossa scheint diesen Feldzug den Grafen von Oettingen und Gröglingen- Hirschberg übelgenommen zu haben. Ab der Mitte des 12. Jahrhunderts häufen sich schlagartig die Belege  für Staufferbesitz im Ries. Im Vertrag über die Vermählung des Kaisersohns Herzog Konrad von Rothenburg mit der Königstochter Beringaria am 23.April 1188 werden jedenfalls zahlreiche Reichsgutzentren im Sualafeldgau und im Ries (Burg Flochberg, Burg Wallerstein zur Hälfte, die Städte Weißenburg, Bopfingen, Dinkelsbühl, Aufgering und das Gut Bayerberg) als Morgengabe genannt. Ebenfalls läßt sich von diesem Zeitpunkt bis 1180 eine deutlich reduzierte Zeugenschaft der Oettinger in Urkunden der Region feststellen. (Stephan Weinfurther, Friedrich Barbarossa und Eichstätt, in: Jahrbuch für fränkische Landesforschung, Neustadt/Aisch, 52.1992). In den Reichsmatrikeln von 1241 wird Ellingen mit 5 Mark Silber zur Steuer veranlagt, was uns einen weiteren Hinweis auf Königsgut in Ellingen gibt.

Da sonst keine außergewöhnlichen Ereignisse in der Gegend stattgefunden haben, steht zu vermuten, daß neben den Oettinger Grafen auch die Gröglinger zur Strafe Reichsgut an den König zurückgeben mußten. Walther und Kunigunde von Ellingen waren Gröglinger Verwandte.

Nach diesen Überlegungen träte der Übergang des Spitals in Reichsbesitz kurz nach dem Jahr 1161 ein. Ich halte dies für ein überzeugenderes Modell, als das Datum der Weihe der Kapelle durch Bischof Otto als mutmaßliches Gründungsdatum anzunehmen. Deren Anbau erst zu Ottos Zeiten ist wiederum plausibel.

Nach Übergang an den Deutschen Orden beließ der Hochmeister den Berchtesgadener Probst Konrad, gerade wegen dieses Vornamens vermutlich ebenfalls ein Gröglinger Verwandter, im Verwalteramt des Spitals, bis er im Jahr 1242 wegen Verschleuderung von Spitalgut an Konkubinen und Nachkommen abgelöst werden mußte. Erst dann traten Mitglieder des Ordens persönlich in Ellingen auf.

 

Über Ausmaß und Organisation der Armen- und Krankenpflege im alten Spital wissen wir so gut wie nichts. Nur bis zum Anfang des 14. Jahrhundert läßt sich nachweisen, daß der Spitaldienst auch wirklich geübt wurde. Am 8. Januar 1307 und am 22. Mai 1308 fungiert ein "Bruder Heinrich, der Spitalmeister" als Urkundszeuge. Am 12. März 1323 wird ein Bruder Eberlein als gewesener Spitalmeister erwähnt, dann verschwindet dieses Amt wieder aus den Quellen. Mit der Urkunde vom 12. März 1323 vermachte der Comthur Heinrich von Zipplingen den Nutzen eines Gutes  zu Mantlach, das Heinrich und Gertraud Prager zusammen mit dem Bruder Eberlein gekauft hatten, dem Segen des Spitals, sobald beide Prager gestorben sein würden. Davon sollten dann die gewöhnlichen Pfründen der Spitaler um Wein, schönes Brot und Fische aufgebessert werden.

Am 3. Mai 1324 vermachte Heinrich Arzt zu Pleinfeld sein Gut zu Rittern dem Spital zu Ellingen, dies kann aber durchaus zum Unterhalt des Pfarrers gewesen sein.

Schwester Peterse von Sulzbach übergab am 3. Mai 1330 dem Deutschen Haus einen Hof zu Ellingen, ein Gut zu Meinheim und zwei Güter zu Obererlbach, die sie allesam für 400 Pfund Heller gekauft hatte. Die Brüder sollten dafür in ihrem Spital einen Priester für die ewige Messe unterhalten und zwei Betten für Sieche einrichten, ebenfalls für ewige Zeiten. Schwester Peterse von Sulzbach wird 7 Jahre früher bereits in der Urkunde vom 12. März 1323 zusammen mit der Schwester Elisabeth als Urkundszeugin genannt, woraus geschlossen werden darf, daß damals auch Schwestern zur Ellinger Kommende gehörten. Möglicherweise versahen diese Damen den Spitaldienst und überhaupt die Hauswirtschaft in der Komturei.

Am 25. Juli 1414 verkaufte die Witwe Elß Smidin von Theilenhofen der Kommende Ellingen eine Reihe von Äckern und Wiesen in unterschiedlichen Dörfern gegen eine Spitalpfründe (czu rechtem leybgeding). Zwar sollte sie aus der Küche wie die anderen Pfründner versorgt werden, aus dem Keller jedoch mit Herrenbrot und Herrenbier bzw. im Sommerhalbjahr mit Wein, dazu jährlich sechs rheinische Gulden erhalten und auf Lebenszeit eine Kammer. Die mit ihrem Tod verbleibende fahrende Habe vermachte sie Komtur und Konvent, das Haus zu Ellingen unseren lieben Frauen Sankt Elisabethinnen das Spital (Gerhard Leidel, Die Pfarreien des Klosters Wülzburg, 1986, Seite 54 ff.). Am 22.Juni 1418 wurde ein Einkauf in das Spital rückgängig gemacht. Die Eheleute Reichart und Agnes Vornauf hatten ihr Erbrecht an ihrem Gütlein zu Massenbach und einige Äcker dem Deutschen Haus gegen Spitalpfründen und das dortige Gastamt gegeben, konnten aber die darüber getroffenen Vereinbarungen nicht erfüllen. Das Erbrecht und die Äcker wurden ihnen deshalb mit 85 fl abgegolten, wogegen sie auf die Pfründen und das Gastknechtsamt verzichteten.

Am 08. Juli 1440 lautet der Beginn eines Urkundstextes: "Ich, Ulrich von Ellingen, Heinzen thorwartens  Sohn von Ellingen, Vogt zu den Leuten von Firnsberge".. verzichte wegen einer dem Vater gewährten Spitalpfründe auf das mütterliche und väterliche Erbe einschließlich des Nachlasses, welcher an Sankt Elisabeth und das Spital zu Ellingen gehen sollte. In dieser Urkunde ist noch im Gegensatz zu den vorgenannten Pfründen, die gegen Geld gewährt worden sind - von Spitalpfründen die Rede, die man den Siechen gebe "durch Gottes Wille". Wie es allgemein der Brauch war, beanspruchten auch die Deutschherren die Nachlässe der im Spital verstorbenen Pfleglinge; in der Regel war es vorhandene Habe.Danach verstummen die Quellen.

Nachdem in der Folgezeit innerhalb des Deutschen Ordens die Zahl der Pfründner insgesamt noch steigt, dürften auch in Ellingen noch Pfründner gelebt haben. Im Jahr 1524 wird Ellingen als Firmatur, also als Rückzugshaus des Ordens für Altgediente des Ordens bezeichnet. Man begann also, es sich selbst in Ellingen als "Teutsche Herren" gutgehen zu lassen, genoß selbst die Mittel des historischen Spitals. Spätestens mit dem Niederbrennen des Ellinger Hauses durch Markgraf Albrecht Alcibiades von Ansbach 1552 scheint auch die Pfründnerpflege erloschen zu sein. Am 13. Mai 1670 sagte Landkomtur Johann Ludwig von Roggenbach den Visitatoren des Deutschmeisters, "hier sei kein Spital".

Die Verwendung des alten Spitalgebäudes für die Pförtnerei und Ökonomie wurde allerdings noch 1717 und 1748 bezeugt. 1748 wird anläßlich der Visitation festgestellt, daß unmittelbar an das Spitalkirchlein das Krankenzimmer stoße, durch ein Fenster wären beide miteinander verbunden.

Landkomtur Karl Heinrich von Hornstein ließ das Kirchlein 1730 noch einmal herrichten (Notizen Rudolf Schubs im Ellinger Stadtarchiv). Ein Ölgemälde aus dem Jahr 1730, das im Schloß zu besichtigen ist,  zeigt noch den Ökonomiehof mit der kleinen Spitalanlage. Landcomthur von Eyb ließ sie dann zur Errichtung der neuen Wirtschaftsgebäude niederreißen.

Nur beiläufig, im Rahmen einer Ortsbeschreibung, erfahren wir, daß sich bei Ellingen auch ein Leprosenhaus befand: von sieben Ackerbeeten heißt es nämlich, es lägen davon „oberhalb Ellingen, dem dorf, driu zu nächst bei den siechen“. Da über diese Einrichtung für Aussätzige („Feldsieche“) weitere Belege nicht zu ermitteln sind, dürfte sie nicht bedeutend und nicht von längerer Dauer gewesen sein. (Leidel, a.a.O, S.59) Doch soll der Name „Rosental“ der nördlichen Vorstadt nach Meinung einiger von „Leprosental“ kommen. Am ehemaligen Gasthaus zur Rose, am letzten Haus vor dem heutigen Spital, ist in der Hauswand ein Reliefbild des heiligen Rochus eingelassen als historischer „Warnheiliger“ vor der leprösen  Ansteckungsgefahr. Überzeugend ist der Ansatz jedoch nicht, da damals die Krankheit noch nicht diesen Namen hatte.

Daneben entstand am Nordende von Ellingen das neue Spital in verschiedenen Entwicklungslinien. In der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts begannen die Markgrafen von Ansbach massiv auf die Rechte der Deutschherren in Ellingen und der Freien Reichsstadt Weißenburg einzuwirken. Im Jahr 1524 war es dem Markgrafen endlich gelungen, das Kloster Wülzburg aufzulösen und dessen Gebiete in das Ansbacher Territorium einzuverleiben. 1552 hatte Markgraf Albrecht Alicibiades das Deutsche Haus in Ellingen niedergebrannt. Sie versuchten nun durch Gewalt und Prozesse, territoriale Herrschaft über die Ordensgebiete zu erreichen und auch Weißenburg in iht Territorium einzuverleiben..

Um 1590 entstand gegen größten Widerstand der Stadt Weißenburg und des Deutschen Ordens die Festung Wülzburg. Ellingen befestigte daraufhin die Stadt weiter. Der Orden hatte Angst davor, wegen des Spitals innerhalb seiner befestigten Anlage und wegen der dort befindlichen Kirche die Tore seiner Schloßanlage offen halten zu müssen und deshalb jedem Feind schutzlos ausgeliefert zu sein. Daneben war die wirtschaftliche Not der Bevölkerung, die sich von den vielerlei Kriegswirren des 16. Jahrhunderts  noch nicht erholt hatte, groß. In den prozessualen Auseinandersetzungen mit den Markgrafen pochten diese immer wieder darauf, daß von der eigentlichen Spitalstiftung zu Gunsten des Ordens und damit seiner Existenzberechtigung nicht mehr viel übrig geblieben sei. Es gab also viele Gründe für den Orden, sich auf alte Werte zurückzubesinnen und sich wieder der Armenpflege zu widmen.

1618 trat Landkomtur Johann Eustach von Westernach auf Cronberg sein schwieriges Amt an, das er bis 1624 bekleiden sollte. Schon 1619 - also im Eilverfahren - ließ er im Norden der Stadt ein Armenhaus für 9 arme, mittellose Pfründner errichten. Wie die überlieferte Stiftungsurkunde  vom 26. Dezember 1619 erzählt, erwarb er vom Deutschordensuntertan Otto Schielein 2 Jauchert Acker um 225 fl und ließ darauf aus eigenen Mitteln ein Haus erbauen, in dem 9 arme Personen Unterkunft hätten. Die Unterkunft war für damalige Zeiten großzügig und hatte eine gut durchdachte Ordnung. Für jede Person war ein eigenes Kämmerlein eingerichtet, damit zwischen den Pfründnern kein Streit entstehen sollte. Das Haus lag 130 Meter unterhalb einer Quelle (beim Windhof), so daß die Wasserversorgung  gesichert war. Die Aufnahme erfolgte nach festen Regeln:

- Die Aufnahme mußte vom Land- oder Hauskomtur genehmigt werden, eine sterbende Person war schnellstmöglich zu ersetzen.

- Die Pfründner hatten an Weihnachten, Ostern, Pfingsten und auf den Tag der heiligen Dreifaltigkeit zu beichten und zu kommunizieren und erhielten dafür jeweils 1 1/2 Gulden durch den bestellten  Almosenpfleger.

- Diese Almosenpfleger, zwei an der Zahl, waren durch den Land- oder Hauskomtur zu bestellen und hatten als Stiftungsvermögen auch sonstige Stiftungen gottseliger Leute zu verwalten und an Weihnachten gegenüber dem zur Kontrolle verpflichteten Hauskomtur Rechnung zu legen.

- Die Pfleger sollten jeder an Weihnachten 2 Gulden erhalten, ein beschäftigter Gerichtsschreiber aber 4 Gulden.

- Unter den 9 Leuten hatte jederzeit eine Person gehalten zu werden, die bei mittelmäßigen Jahren und guter Gesundheit sein sollte und verpflichtet war, den Kranken aufzuwarten und den Gebrechlichen hilfreich zu sein.

Schließlich versah der Landkomtur diese Gründung noch mit 1400 Gulden Stiftungskapital und ordnete die Einrichtung eines Zinsbüchleins zum Hauptbrief an. Er schätzte die Rendite auf jährlich 70 Gulden und ordnete an, daß nach Auszahlung der Vergütung für Gerichtsschreiber und Pfleger 8 Gulden angespart werden sollte, das übrige sei zu verteilen. Und zwar so, daß den Armen allwöchentlich etwas gereicht werden sollte.

Aus dem Schlosse sollte den Bewohnern wöchentlich am Samstag Kuchen gereicht werden, ein Pfund Fleisch, ein halber Laib Brot und eine Maß Bier. Dazu kamen alle Jahre 9 Klafter Holz.

Spenden Dritter sollten dem Hauptvermögen zugeschlagen werden, der davon anfallende Zins ausgeteilt werden. Als besonderes Privileg erteilte er den Bewohnern für die vor dem Haus vorbeiführende Landstraße die Erlaubnis, mit extra gemachten Sammelbüchsen Almosen zu erbetteln. Diese Büchsen sollten entweder vierteljährlich oder monatlich im Beisein der Almosenpfleger geöffnet werden und an die Bewohner verteilt werden.

Der beiliegende Hausgarten sollte in 18 unterschiedliche Beete geteilt werden, in deren Mitte je ein fruchtbarer Baum zu setzen war, und jedem Armen sollten 2 Beete gehören. Damit kein Streit wegen unterschiedlicher Beetgrößen entstünde, seien diese Beete von vornherein einem bestimmten Kämmerlein zuzuordnen.Im übrigen empfahl er seine Stiftung Gott und der Jungfrau und Mutter Maria an.

Spätere Landkomture, insbesondere Georg Wilhelm von Elkershausen, genannt Klüppel, und 1659 der Landkomtur Adolf Lösch, Freiherr von und zu Hilkershausen, dotierten die Stiftung weiter.

Im Stadtarchiv Ellingen befindet sich eine kurze Übersicht über die Entwicklungsgeschichte des Ellinger Spitales von Rudolf Schub. Dieser hält die Zerstörung des Westernach´schen Armenhauses durch die Schweden im Jahr 1632 für wahrscheinlich, da nach den vorhandenen Urkunden damals Ellingen nicht mehr bewohnbar gewesen sei. Gesichert ist diese Annahme jedoch nicht. Eine Existenz nach dem Dreißigjährigen Krieg läßt sich nämlich durch die letztgenannten Dotationen  nachweisen.

Im Jahr 1664 galt die Regel, daß im Fall des Todes eines Pfründners das Haus die Beerdigungskosten übernehme. War der Verstorbene durch Sparsamkeit oder sonstwie zu einem Vermögen gekommen, so blieben dem Deutschen Orden 10 Gulden und das Bett, der Rest ging an die Erben.

Eine Aufstellung des Jahres 1697 weist nach, daß das Spital folgende Einnahmen hatte:

25 Gulden 1 Kreuzer3 PfennigeEwigzinsen

94 Gulden31 KreuzerKapitalzinsen

13 Gulden45 Kreuzer2 PfennigeHerbstzins der Stopfenheimer Höfe

273 Gulden44 Kreuzer3 PfennigeKassenbestand   ergab

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407 Gulden 13 Kreuzer  Gesamtvermögen

Das Geschäft in Ellingen mit der Firmatur als Rückzugshaus für Altgediente des Ordens scheint der Deutsche Orden daneben aber nicht aufgegeben zu haben. Als der Deutsche Orden nach Amtsantritt des Landkomturs Philip Benedikt Forstmeister zu Gelnhausen ab 1702 die Neuordnung seiner Baulichkeiten in der Kommende plante, beantragte der Landkomtur 1705 beim Provinzkapitel, in Ellingen ein neues Spital - als Ersatz für das in zahlreichen Kriegen untergegangene - für 24 Personen zu errichten, was vom Provinzialkapitel auch sofort genehmigt wurde. Der Deutsche Orden war ein guter und effizienter Verwalter. Er hat bestimmt nicht ein Spital für 24 Personen errichtet, ohne daß der gefestigte Bedarf dafür bekannt war. Man muß also davon ausgehen, daß sich auf dem Gelände des Schlosses eine Vorgängereinrichtung zumindest für Gutbetuchte befunden hat. Anders läßt sich die Pracht der jetzt neu im Norden der Stadt ausgeführten Spitalbauten und der dort vorhandene Komfort (bei einer späteren Visitation wurde gerügt, daß die Räume so hoch seien, daß sie sich kaum sparsam beheizen ließen) nicht erklären. Die Räume werden auch heute noch im Altenheim St. Elisabeth im alten, Zuschnitt gerne angenommen

Als Baugrund wurde das Grundstück der Westernach´schen Armenhausstiftung verwendet und an der Nordseite des alten Hauses das neue Spital errichtet.

Die neue Stiftung hatte außer dem schon vorhandenen Grundbesitz einen auf  2.125 Gulden angewachsenen Kapitalstock. Der Orden legte pro Jahr 200 Gulden zu. Weil die "Armenhausler-Leute" aus dem Westernach´schen Armenhaus vom neuen Spital versorgt und auch hier verpflegt werden sollten, hörten die Naturalabgaben auf; dafür wurde aber neben der Belieferung mit Brennholz ein weiteres Gründungskapital von 30.000 Gulden angewiesen und zuletzt der Name Elisabethen-Spital auf den Neubau übertragen. Das alte Gebäude blieb aber in Betrieb.

Baubeginn der neuen Gebäude war 1705; der erste Flügel wurde 1708 fertiggestellt, gleichzeitig fand die Weihe der Hauskapelle statt. 1719 wurde ein eigener Hausgeistlicher mit einem Gehalt von 250 Gulden jährlich plus freie Wohnung plus Naturalien angestellt. Ebenso waren bereits eine eigene Küche und ein Hausknecht vorhanden. Der Hausverwalter erhielt ein jährliches Gehalt von 160 Gulden samt freier Wohnung und Naturalien.

Das Vermögen des Spitals erhöhte sich durch weitere Stiftungen, von denen die Friedel´sche Stiftung einer besonderen Erwähnung bedarf, da sie zunächst noch dem alten Armenhaus zugute kam und dessen Fortbestand beweist:

Die ärmsten der Armen, die in den neuen Pfründenspital nicht aufgenommen worden waren, blieben im alten Armenhaus wohnen und hatten dort keine anderen Einnahmen, als ihnen von den Überbleibseln des Pfründnertisches gereicht wurde. Um diesen Leuten eine bessere Existenz zu sichern, vermachte Johann Friedel, Deutsch-Ordens-Priester und Spital-Pfarrer zu Ellingen unter dem 6. September 1736 in seinem Testament ein Kapital, aus dessen Zinsen die armen Leute jährlich pro Person 6 fl. bekommen sollten, dafür aber, wie die Pfründner, dem Stiftsgebet beizuwohnen hatten.

Die Erlaubnis, ein Testament zu machen, erkaufte er sich als Ordenspriester durch ein Legat zur Spitalkirche. Das Testament enthielt außer dem Überschuß für das Ellinger Armenhaus von 1.355 Gulden 54 Kreuzern ein weiteres Legat von 100 Gulden für weitere Hausarme in Ellingen. Er starb am 17. April 1745. Einzelheiten zu dieser Stiftung bezeichnet Josef Wehn in seiner Chronik (von 1866).

Für 1748 weist ein Revisionsbericht des Deutschen Ordens für das Westernach´sche Haus noch  9 arme Frauen aus.

Die eingeführte Spitalordnung des neuen Spitals widerspricht ein wenig dem Finanzgebahren der Insassen. Nach der Spitalordnung sollten nämlich nur ganz verlassene, an Mittel und Leibeskräften unvermögliche, miserable arme Personen aufgenommen werden, nicht aber solche, die sich noch bei ziemlicher Körperstärke und eigenem Vermögen befinden. Verpflegt wird der Pfründner aber mittags mit Suppe und Gemüse, dazu sonntags, dienstags und donnerstags, also an 3 Tagen in der Woche, mit je einem Pfund Fleisch. Montag, Mittwoch und Freitag sowie Samstag gibt es  Mehlspeise, an Feiertagen überdies noch Fisch. Dazu kommen wöchentlich 7 Pfund Brot und täglich eine Maß Bier. Es sollte für ausreichend Beleuchtung und für alle 14 Tage Bettwäschenwechsel gesorgt werden. Auch die personelle Versorgung mit einem Geistlichen, einem Spitalverwalter, einem Hausknecht, einer Köchin und einer Krankenwärterin war für die damalige Zeit optimal.

Die Ärmsten der Armen nach dem ersten Satze konnten also wirklich vornehm leben.

Von diesen Ärmsten der Armen war jedenfalls der Pfründner Johann Grieß 1720 in der Lage, 30 fl. an die Spitalkirche zu stiften, 1726 der Spitalpfründner Stefan Sardel 25 Gulden. 1736 wird vom Pfründner Umkehr Christ ebenfalls berichtet, daß er 25 Gulden stiften konnte.

Neben den armen Bewohnern scheint es also eine Reihe von gut Betuchten gegeben zu haben, die sich dort eingekauft haben. Auch der arme Ordensritter Graf Fugger, der kurz nach seinem Eintritt in den Deutschen Orden wahnsinnig wurde, wohnte im Spital.

Im Jahre 1748 betrug das Gesamtvermögen an Bargeld, Zinsen und Realitäten bereits 56.536 Gulden.

Im Jahr 1753 ließ Landkomtur Karl von Eyb die alte Spitalkirche auf dem Schloßgelände endgültig abreißen und baute dafür das Spital im Norden weiter aus. Das Westernach´sche Armenhaus wurde endlich abgerissen, zwischen dem bisherigen Spital und dem Armenhaus der Südflügel errichtet und in dessen untere Etage die verbleibenden Bewohner des Armenhauses übernommen. Die Zinsen der Pfarrer Friedel´schen Armenhausstiftung wurden erst zu diesem Zeitpunkt in das Spitalvermögen inkorporiert. Dies ist ein weiterer gesicherter Nachweis dafür, daß bis zu diesem Zeitpunkt die Begüterten des Spitales finanziell anders behandelt wurden als die Bewohner des Armenhauses nebenan.

1787 endete die rechtliche Selbständigkeit der Deutsch-Ordens-Landkommende gegenüber dem Hoch - und Deutschmeister..

Die Eroberung Ellingens durch die Preußen im Jahre 1796 änderte am rechtlichen Status des Spitals nichts. Der Deutsche Orden blieb Grundherr, die Landeshoheit ging an die Markgrafen über.

Die Auflösung der Landkommende 1787 führte zu finanziellen Turbulenzen. Die kriegerischen  Auseinandersetzungen mit dem revolutionären Frankreich hatten auch für Preußen und den Orden bereits begonnen. Zinsen auf den Kapitalstock des Spitals wurden vielfach nicht mehr pünktlich bezahlt, was sehr bald den Totalverlust mancher Kapitalien des Spitals zur Folge hatte. Der Deutsche Orden versuchte, mit einer Reihe offizieller Verordnungen den Mißstand zu beheben. Ob dieses erfolgreich war, ist nicht bekannt.

Der emsige Erforscher der Ellinger Geschichte, Apotheker Rudolf Schub berichtet, daß in manchen erhaltenen Abrechnungsbüchern sichtbar gerade diejenigen Seiten fehlen, die sich mit den Finanzabrechnungszahlen dieser Zeit beschäftigen und betrachtet dies - im großen gesehen - als mehr als verdächtig, denn, so resümiert er, solche Praktiken fände man in den übrigen Jahren kaum. Erst der Übergang des Deutsch-Ordensgebietes 1806 an Bayern löste diese finanziellen Probleme.

Der Deutsche Orden hatte am 17. März 1802 die Aufsicht über die Verwaltung des Ellinger Spitals dem Stadtpfarrer Jacobi übertragen. Vielleich liegt es an dieser Tatsache, daß das Spital Säkularisation und den Übergang an Bayern anstandslos überstand. Pfarrer Jacobi hat sich damals anerkannt große Verdienste um das Spital erworben.

Da der kleine Ort Ellingen damals keine ausgebaute Selbstverwaltung besaß, ging die Vermögensverwaltung des Spitals an die Stiftungsadministration Roth über. Diese setzte zunächst die Zahl der Pfründner von 24 auf 10 herab, reichte aber die Naturalverpflegung bis 1813 weiter. Eine höchste Verordnung verfügte dann die Aufhebung derselben und gewährte den wenigen Insassen ein jährliches Altersgeld von 70 Gulden, obwohl der Pfarrer Jacobi vergeblich Beschwerden gegen diese Verfügung einreichte. Sogar die Spitalgartenanteile wurden privat verpachtet.

Ellingen war in der Zwischenzeit als Lehen an den Feldmarschall Fürst von Wrede übergegangen,  der die kommunale Selbstverwaltung Ellingens offensichtlich in kurzer Zeit organisierte, denn  schließlich wurde in dem Dotationsbrief, in dem ihm sein Fürstentum übergeben wurde, Ellingen erstmals als Stadt bezeichnet.

Am 18. November 1818 erfolgte die Übergabe des Spitals an die Stadt Ellingen mit einem festgestellten Vermögen von 81.978 Gulden und 30 Kreuzern. Davon wurden allerdings die Rechte mit 69.533 Gulden veranschlagt. Ein Teil dieser Rechte wurde später von den Verpflichteten in bar abgelöst.

Nach Übernahme der Stiftung in die örtliche Vermögensverwaltung stellte der Magistrat einen eigenen Spitalverwalter auf. Diesem oblag neben der Aufsicht über die Gebäude und den Betrieb  auch die Auszahlung der wöchentlichen Pfründe an die Insassen. Am 1. Januar 1857 ging man wenigstens teilweise wieder auf Naturalverpflegung über, wozu eine eigene Spitalküche aufgestellt wurde.

Seit dem 11. Oktober 1859 betreuten die armen Franziskanerinnen von Mallersdorf bis zum 30. September 1996 das Ellinger Spital, bis der Orden aus Nachwuchsmangel diese Tätigkeit nicht mehr ausüben konnte und die Einführung der Pflegeversicherung und die damit verbundene Umstellung zum Anlaß nahm, sich aus 14 Altersheimen zurückzuziehen. Mit Einzug der Nonnen wurden im Südflügel 2 Krankensäle eingerichtet und das Ellinger Krankenhaus von den Nonnen mitbetrieben, bis am 8. Januar 1912 das neue Distriktkrankenhaus in Ellingen eröffnet wurde. (Dieses wurde später zum Kreiskrankenhaus, dann übernahmen die Privat-Kliniken Dr. Erler das Haus. Derzeit, 1998, steht es leer. Die Stadt Ellingen hat das Areal zurückgekauft, nachdem die Klinik zum 31.Juli 1990 geschlossen wurde.)

Der Oberlehrer Thurner erzählt dazu im Juli 1923 in seinem Anhang zur Wehnschen Chronik, die Nonnen hätten vom Spital aus in der Zeit von 1867-1869 gegen 1 Prozent des Akkordlohnes oder von 4 Kreuzern wöchentlich von den Regiearbeitern die volle Verpflegung und ärztliche Hilfe für die Bahnarbeiter übernommen, die hier 2 ¼ Jahre an der Bahnlinie Nürnberg-Augsburg bauten.

Einen herben Rückschlag erlitt die Spitalstiftung durch ihren Vermögensverwalter Josef Wehn, Stadtschreiber und Stiftungsgeldverwalter in Ellingen, als dieser mit dem Geld der Stadt Ellingen im Jahr 1866 nach Amerika durchbrannte, worunter sich aus dem Vermögen der Spitalstiftung 10000 fl. befanden.

1913 hatte das Stiftungsvermögen die für die damalige Zeit stattliche Höhe von 157.274,00 Mark. Danach haben Inflationen die Wohltätigkeitsstiftung der Vorfahren restlos zerstört. Das heutige Altersversorgungswesen des Spitals basiert auf anderen Grundlagen. Doch hat die Stadt Ellingen auch in den letzten Jahrzehnten erhebliche Geldbeträge in den Erhalt des Spitals fließen lassen.

Als die Mallersdorfer Schwestern ihren Gestellungsvertrag zum 30.September 1996 kündigten, bot die Stadt Ellingen dem Deutsch-Ordens Hospitalwerk den Betrieb des Altersheimes im historischen Spital an. Das Hospitalwerk lehnte nach einer Besichtigung ab: er habe einen Ruf zu verlieren.

Seit dem 1. Oktober 1996 hat Frau Renate Seis als erste weltliche Leiterin das Altersheim übernommen, das bei den Bewohnern, den Ärzten und dem medizinischen Dienst nunmehr wieder einen hervorragenden Ruf genießt.

Hermann Seis

 

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